Der Handelstag, ein Selbstgespräch

Fange an selbst zu denken!

And I place my life inside Your hands
You hold for me a perfect plan
And You are
The beginning and the end

Leeland Mooring

Songwriter

 

Sie wollen wirklich Trader werden, dann verinnerlichen Sie den Text, welcher die Einleitung zu Ihrem neuen Leben sein könnte. Sie dürfen den Weg selbst gestalten und mit etwas Glück und viel Fleiß werden Sie am Ende vielleicht sogar zu den Siegern gehören. Doch bis dahin vergeht möglicherweise eine Ewigkeit. Ewigkeit und Ewigkeit.

 

Die Faszination vieler Nebenspieler am Aktienmarkt besteht wohl darin recht schnell und bequem zu dem ersehnten Reichtum und dem Traum, daraus möglichst Ruhmreich aus der Schlacht zu kommen. Sein Leben ohne den alltäglichen Druck des Arbeitslebens genießen zu können und sich an den schönen Dingen unserer Gesellschaft zu erfreuen.

 

Aber Achtung! Sie dürfen tatsächlich Ihre Lebenszeit in den Markt investieren, sollten sich aber nicht darin verlieren, denn was euphorisch beginnt kann traumatisch enden. Schon am Anfang weiße ich darauf hin. Der Markt hat immer recht! Es gibt keine Ausnahmen, keine! Der Druck dürfte die meisten erdrücken.

 

Verantwortlich sind am Ende nur Sie selbst, niemand sonst. Nur Sie sind für Ihr Handeln verantwortlich. Der Verlierer macht alle anderen schuldig, erkennt aber durch Gier verseucht die Fehler nicht. Sie werden immer allein kämpfen und möglicherweise total vereinsamen. Wie meine Beraterin einmal sorgenvoll sagte, Sie werden sehr, sehr einsam sein.

 

Welcher Ruhm wäre da wohl die erste Frage?

 

Durch eine erfolgreiche Strategie viele Follower zu finden, welche den neuen Guru anhimmeln. Sicherlich ist dies eine Logik, aber Träume sind Schäume. Vom Grunde heißt es, dass am Aktienmarkt 90% ihr Geld verlieren und 10% kassieren. Also gehört sehr viel mehr dazu als nur mal so dabei zu sein und schnell mit wahrscheinlich risikoreichen Trades recht sportlich sein Konto zu ruinieren. Wer am lautesten schreit ist in der Regel nicht der Beste, aber er verkauft seine Ideen idealerweise am teuersten. Wissen wie der Markt läuft kann Niemand, denn die Glaskugel gibt es nicht. Jedoch die Illusion goldig zu verkaufen glänzt im Alltag an der Internet Werbetafel.

 

Ich kann von mir sagen, dass ich ungefähr in den letzten 20 Jahren über 20 Tausend Handelsstunden erlebt habe, viele Online Seminare gebucht und besucht habe um den heiligen Kral zu finden. Es ist immer spannend zu erleben, wenn man selbst schon eine Stufe weiter ist als andere, aber trotzdem feststellt, dass die eigene Performance immer noch nicht am Ziel ist.

Die Idee selbst am Handel teilzunehmen kam im Grunde daher, dass ich über die Fibanocchi Zahlen vom normalen Aktiendepot zum Hobbytrader wurde. Denn scheinbar folgt der Markt logischer Zeitfolgen, welche auf mathematischen Fundamenten liegen.

 

Nein, ich würde mich nicht als Profi bezeichnen, denn es reicht noch nicht ganz um meinen eigentlichen Job an den Nagel zu hängen. Jedoch kann ich durch die vielen Handelsstunden und Lehrgelder mittlerweile auf fundiertes Wissen zurückgreifen. Ich weiß täglich genau was ich tue! Das ist sehr, sehr viel wert.

Ein großer Fehler ist es definitiv, wenn man glaubt ohne Sicherheitsnetz agieren zu können. Wenige können mit Verlusten umgehen, aber diese gehören zum Alltag. Money Management ist am Anfang wichtig und am Ende des Tages verliert man den Überblick. Wenn man den ersten geplanten Urlaub nicht mehr bezahlen kann wird es auch in der Beziehung eng und der Druck wächst täglich immer mehr, wollen Sie es wirklich?

 

Ich habe mich oft gefragt, wieviel Geld benötigt man für einen soliden Start als Trader?

Ich denke es ist schwer zu beantworten. Aber der Illusion aus 1000 € eine Million zu machen möchte ich die Segel aus dem Wind nehmen. Jedoch kann man mit viel Disziplin über einige Jahre aus einem kleinen Konto ein Größeres machen. Damit kann man mit entsprechender Erfahrung auch solide den Handelstag gestalten. Gehen Sie davon aus, dass der Profi nicht mehr als 1-2% vom Handelskonto riskiert. Den Einsatz errechnen Sie nach Kontogröße.

 

Es gibt unglaublich viele Tradingportale mit Chatfunktion. Wer denkt, dass er da viel Erfahrung sammeln wird, wird eher enttäuscht sein, denn da ist Bashing und Pushing an der Tagesordnung und Vernunft wohl eher fehl am Platz. Zu wenig Seriöses und zu viel Schaumschlägerei. Es gibt genügend Marktteilnehmer, welche sich blind dem Kauf oder Verkauf unterordnen, weil man vermeintlich im Glauben ist, dass diese Trades auch real ausgeführt werden. Leider ist es oft nicht der Fall. Orderbücher können hier den einen oder anderen schon überführen. Jedoch wer schaut schon im Anfängerstatus in ein Orderbuch, zumal hier auch weiter Kosten anfallen dürften.

 

Es ist faktisch so, dass es für jeden Teilnehmer, welcher sich als Trader sein Einkommen erzielen möchte, ein absolutes ehrgeiziges Ziel sein muss, den Markt zu verstehen und die Marktbewegungen nachvollziehen zu können. Dies kostet Jahre, wie viele? Manche behaupten

8 Jahre könnten genügen, ich behaupte mindestes 10-15 Jahre! Eine Ewigkeit um einigermaßen sicher handeln zu können. Täglich 2-4 Stunden sollte man sich damit beschäftigen. Wer hat diese Zeit übrig? Wer ist willig und konsequent dies so zu tun? Sehr, sehr Wenige! 

 

Ich handle fast ausschließlich nur die großen Indizes und Rohstoffe, Aktien werden nur gekauft, wenn sie absolut billig und die Firmen große Player in deren Branchen sind. Fehleinschätzungen dürfen auch eingeplant werden. Aktien bleiben dann auch liegen.

 

Indizes und beispielsweise Gold machen deshalb auch Sinn, weil diese genug liquide sind, also es wird jede Order regulär sofort ausgeführt. Kommen Marktschreier auf den Plan und rufen nach so genannten spektakulären Nachrichten tolle Ziele aus, lassen Sie die Hände davon. Es profitiert in der Regel der Marktschreier. Die Verführung und die Risiken im Handel mit Derivaten und gehebelten Partnerprodukten sind den meisten nur bei der Kaufentscheidung bekannt, geht das Schiff unter werden Schuldige gesucht. Der Schuldige sind in erster Linie Sie selbst. Immer daran denken. Kaufe nicht was du nicht kennst. Oder nimm die Überraschung und machen Sie sich Gedanken wo Sie über den Tisch gezogen werden könnten.

 

Weshalb ich so skeptisch dem gegenüber stehe. Ganz einfach, ich habe sehr viel erlebt und habe versucht am Anfang über Pink Sheets den großen Gewinn zu finden. Ich weiß was es heißt sich zu irren und richtig eins auf die Nase zu bekommen. So beginnen die meisten Anfänger, welche aber der Regel halber zu euphorisch sind. Es ist wie beim Konsumieren, wer an der falschen Stelle spart zahlt am Ende drauf, nur an der Börse sind die Verluste bei Kleinanlegern zum Teil Existenz bedrohend. Und verbrennen will tatsächlich gelernt sein. Aller Anfang ist schwer, aber jeder kann mit Willen sich entwickeln. Nach und nach! Wunder heilen und sollten zu mehr Tiefe neigen.

 

Im Grunde bin ich als Mensch sehr lebensfroh und absolut positiv gestimmt. Jedoch habe ich beim Handeln viele Dinge über mich gelernt. Zum jetzigen Zeitpunkt kann ich von mir behaupten, dass ich ein absoluter Permabär bin und mir der Shorthandel leichter fällt als bullische Avancen. Ein Bekannter sagte mal neulich beim Faktencheck, ich bin zu grau. Nun ja, Fakten könnten farbiger sein, sind diese bärisch geprägt, weicht die Farbe sehr schnell! Düstere Zukunft ist eher den Grautönen vorbehalten. Alarm sieht rot aus!

 

Möglicherweise denken Sie nun, da ist einer von diesen Leerverkäufern, die den Markt so unberechenbar machen. Aber ich kann Ihnen versichern, dass Short Handel wesentlich schwerer ist, als bullisch zu agieren und der Leerverkäufer gehört ganz einfach zum Markt dazu, dieser würde sonst nicht funktionieren. Jedoch liegen die Reize vermutlich deutlich darin, dass möglichen Gewinnziele vielleicht sogar höher ausfallen dürften und diese auch in Ihrer Geschwindigkeit berauschen. Immerhin stellt man sich aber als Bär gegen eine übermächtige Horde Bullen, denn wer möchte schon fallende Märkte? Zur Konstellation steht ein Verhältnis von 80 zu 20 für das Lager der Bullen. Was auch bedeutet, fängt die Horde der Bullen an zu rennen werden die Bären gnadenlos überrannt. Allerdings wenn die Bullen am lautesten brüllen, sollte man sich als Anleger nicht mehr von der Horde beeindrucken lassen. Denn auch die Bullen können nicht ewig rennen. Der nächste Shorteinstieg wartet bereits schon!

Ich möchte auch ganz klar sagen. Wer nicht verlieren kann, wird die Demut auch nicht erlernen!

  

Sie kennen bestimmt den Slogan

 

Sell in May and go away but remember to come back in September?

 

Die Aktienmärkte haben ein saisonales Muster, welches aber in den letzten Jahren nicht immer zutraf. Jedoch hat der Spruch eine gewisse Magie und wird alle Jahre wieder hervorgekehrt.

 

Da ich die Indizes täglich verfolge kann ich aus der Beobachtung sagen, dass für den Kalender einige Monate gut und andere tatsächlich schlechter sind.

 

Die guten Monate sind Januar, März ab der zweiten Hälfte, April, Mai, Juni und Dezember.

 

Die meist neutralen Monate sind Juli, Oktober und November.

 

Die möglich schlechteren sind Februar, August und September.

 

Es gibt immer Ausnahmen, aber in der Regel sind dies gute Anhaltspunkte beim Handel mit den Indizes.

 

Was mich motiviert hat die folgenden Tagebucheinträge zu veröffentlichen, ist ganz einfach der Aspekt etwas mehr Verständnis in den Raum zu rufen. Wer die Ruhe im Sturm findet wird auch den Hurrikan überleben.

 

Es ist ganz einfach eine Summe an Erfahrungen, welche möglicherweise zum Vorteil heranreift. Heute gibt es viele Ungewissheiten, welche vor 20 Jahren nicht so präsent waren. Die Notenbanken kaufen mittlerweile auch Firmenanleihen, was für mein Verständnis eher sozialistische Folgen im Nachlauf für die Gesellschaft habe dürfte. Denn hier werden Preise geschönt, welche auch manipulativen Charakter haben dürften. Es ist eine Frage der Zeit, wenn die Windrichtung sich drehen dürfte. In wie weit dann systemrelevante Dinge sich ändern kann ich nicht einschätzen, aber es ist auf Dauer wohl nicht tragbar. Das System scheint sich abzuschaffen. Was danach folgt ist ungewiss.

Ich schreibe um im Wesentlichen meine Dokumentation von Fehlern und richtigen Entscheidungen mit der Darstellung verschiedener selbst erstellter Chartverläufe und verwendeter Diagramme zu unterfüttern. Die Gesellschaft hat vieles verpasst, aber auch vieles sehr schnell erneuert. Fehler machen menschlich, jedoch politische Fehlentscheidungen kosten Opfer. Der jetzige Weg kann richtig sein, jedoch bin ich persönlich der Meinung, dass Neo- Liberal wohl in einigen marktrelevanten Dingen der bessere Entscheidungsträger gewesen wäre.

 

Der Tanz auf den Vulkan hat sich beschleunigt und wird uns wohl zum Ende 2020 möglicherweise bittere Pillen schlucken lassen.

 

Zum jetzigen Zeitpunkt bin ich verwundert, dass die Indizes überhaupt noch da stehen wo Sie gerade ihre Notierungen haben. Denn diese wurden erzielt durch die geschaffene Geldmenge der Notenbanken.

 

Aber möglicherweise werden die Auswirkungen des kompletten politischen Versagens in Deutschland und der Europäischen Union. Das egozentrische Durschlagvermögen von Donald Trump, die unermessliche Gier nach der Weltmacht Nr.1 Chinas und die Wirkung des Coronavirus und daraus gefolgten Lock Downs unser gesamtes System auf einen Prüfstein stellen, dessen wir möglicherweise am Ende nicht gewachsen sind.

 

Meine Tagesnotizen beginnen sehr langsam und dienen mehr als Wahrnehmung meiner Empfindungen zum Handelstag. Meine Entscheidungen, welche Sie lesen werden, sind abgeleitet aus den Tagesmedien und der mir aus Erfahrung gewonnen technischen Möglichkeiten.

 

Die dargestellten Chartmodelle sind von mir persönlich erstellt und dienen zur Visualisierung möglicher Handelsentscheidungen. Es ist oft schwierig den Markt mit den täglichen Nachrichten zusammenzuführen und darüber hinaus vernünftig agieren zu können. Sie werden sehen, dass beim lesen der Verlinkungen eine sachliche Betrachtung der Einflüsse nicht ganz nachzuvollziehen scheint, denn auf Grund der unglaublichen Zuschüsse von Staat und Notenbank ist ein auf wirtschaftlichen und makroökonomischen Zusammenhängen verstehender Aktienmarkt möglicherweise vollkommen abgekoppelt und bewegt sich in eine ungewisse unfreie Zukunft.

 

Theoretisch könnte man behaupten. Er ist nach sozialistischen Grundprinzipien der Täuschung in ein neues Zeitalter geführt wurden.

 

Ich wünsche Ihnen Geduld und Ausdauer den Tagesmemos zu Folgen um vielleicht Spannung und erzielte Wirklichkeit mit Erstaunen zur Kenntnis zu nehmen. Ich sehe mich als sehr liberalen Mitmenschen, welcher die Kraft der Leistungsgesellschaft verinnerlicht hat. „The Winner take it‘s all“, wäre nicht mein Lebenstraum, jedoch durch eigene Leistung Erschaffenes ist etwas, was den höchsten Respekt verdient. Egal wie lange man dafür benötigt, wie oft man gefallen und wieder aufgestanden ist, am Ende zählt das Ergebnis. Je strahlender umso positiver.

 

Was kann man mitnehmen. Die erstellten Chartmodelle haben Lerncharakter und bilden oft die Möglichkeiten ab, welche durchaus den Handelstag sinnvoll gestalten können. Gier ist nicht der beste Begleiter, ich habe selbst oft das Maximum gehandelt und war zum Teil berauscht vom Erfolg aber im Gengenzug war der Schmerz der Niederlage auch präsent.

 

Ein Tipp von mir. Handeln Sie keine Demokonten. Lernen durch Schmerz ist der bessere Weg, denn Sie erlernen so den Weg und wissen wie Sie diesen gegangen sind. Und denken Sie daran, behalten Sie zur Sicherheit Ihr Einkommen fest im Blick, denn die meisten Trader verlieren in der Regel mehr als nur Ihr Konto!

 

Der DAX zählt heute am 23.10.2020 12670 Punkte um 10:00 Uhr MEZ! Er verlor auf Grund negativer Gesamtaussichten in den letzten Tagen vom Zwischenhoch fast 1000 Punkte! Was passiert demnächst? Lassen Sie sich überraschen! Ich selbst bin sehr gespannt.

 

Ich möchte gemessen werden an folgender These. Der Dax steigt bis Spätherbst 2021 auf 16660 und steht im Sommer 2023 bei möglicherweise weniger als 8000 Zählern und das Leben geht trotzdem weiter!